Ein SailCom Segel-Wochenende auf dem Lago Maggiore

Von Christoph Nikolaus.

Regen, Starkwind, Flaute und am Ende doch noch Sonne mit kräftigem Segelwind: Das gemeinsame Wochenende auf dem Lago Maggiore bot fast das gesamte meteorologische Programm. Vor allem zeigte es, dass ein gelungener SailCom-Anlass weit mehr braucht als perfekte Bedingungen. Entscheidend waren die gute Stimmung, die gemeinsame Zeit auf dem Wasser und eine Crew, die sich von den Wetterkapriolen nicht beeindrucken liess.

Bereits am Donnerstag begann das verlängerte Segelwochenende mit einer ersten Ausfahrt. Die Sunbeam segelte von Porto Ronco nach Cannobio und wieder zurück. Der Lago Maggiore zeigte dabei, weshalb er ein so reizvolles Segelrevier ist. Zwischen den steilen, dicht bewachsenen Ufern und den Ortschaften am See verbindet er alpines Panorama mit beinahe mediterraner Atmosphäre.

In der Nacht auf Freitag änderte sich das Wetter grundlegend. Strömender Dauerregen und kräftiger Nordwind bestimmten den Morgen. Die Tramontana sollte im Yachthafen von Ascona aus dem Wasser gehoben und ihr Unterwasserschiff gereinigt werden. Doch der starke Wind machte das Kranen und Kärchern unmöglich. So ging es unter Motor und ohne erledigte Arbeiten wieder zurück in den Heimathafen.

Dort traf nach und nach die Crew ein. Nach der Begrüssung stand zunächst die Vorbereitung auf dem Programm. Nicholas Sanderson erhielt seine Einweisung auf der Tramontana. Christoph Erni übernahm weitere Einweisungen auf der Inverna. Damit waren alle bereit für die erste gemeinsame Ausfahrt

Am Nachmittag legten beide Boote ab und segelten Richtung Cannobio. Nach Regen und starkem Wind öffnete sich ein gutes Wetterfenster. Die beiden Crews nutzten die Gelegenheit für einige schöne Stunden auf dem See.

Dabei entstanden auch die meisten Fotos des Wochenendes. Mit zwei Booten gemeinsam unterwegs zu sein, schuf viele reizvolle Begegnungen und Perspektiven. Mal segelten Tramontana und Inverna nahe beieinander, mal gingen sie ihren eigenen Kurs über den See.

Am Abend wechselte die Crew vom Cockpit an den Esstisch. Ein Restaurant in Ronco sopra Ascona erwies sich dank Felix’ Empfehlung als ausgezeichnete Wahl. Beim gemeinsamen Essen blieb genügend Zeit, um die Erlebnisse des Tages auszutauschen und sich auf den nächsten Programmpunkt einzustimmen.

Die Nacht auf Samstag brachte erneut kräftigen Regen. Auch am Morgen wollte das Wetter zunächst nicht mitspielen. Beim Skipperbriefing in Ascona informierte Christoph Erni über die Lage und das weitere Vorgehen. Wegen des Regens verschoben die Organisatoren den Start auf 14.30 Uhr.

Als Tramontana und Inverna mittags unter Motor in Richtung Startlinie fuhren, kam tatsächlich die Sonne hervor. Gleichzeitig verabschiedete sich allerdings der Wind fast vollständig. Aus der Hoffnung auf einen sportlichen Segelnachmittag wurde eine Geduldsprobe.

Während rund drei Stunden legten die Boote gerade einmal etwa vier Kilometer zurück. Jede kleine Windregung wurde aufmerksam beobachtet, jede leichte Bewegung an der Wasseroberfläche weckte neue Hoffnung. Doch der Lago Maggiore blieb an diesem Nachmittag beinahe spiegelglatt. Auch Flautensegeln verlangt Konzentration, Gefühl und eine gute Portion Gelassenheit. Davon brachten beide Crews ausreichend mit.

Am Abend ging es zum gemeinsamen Essen nach Ascona. Felix hatte erneut den richtigen Restauranttipp bereit. Anschliessend gehörte eine Gelati selbstverständlich zum Tessiner Abendprogramm. Bei der Preisverleihung wurden zwar zahlreiche Pokale vergeben, für die SailCom-Crews war diesmal keiner dabei. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Mit der Verabschiedung endete der offizielle Teil des Wochenendes.

Drei Teilnehmende blieben noch bis Sonntag. Nach einem Kaffee in einer Bar in Porto Ronco ging es mit der Inverna ein letztes Mal hinaus auf den See. Nun zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Sonne und Wind sorgten für einen versöhnlichen Abschluss. Der Wind frischte zeitweise so deutlich auf, dass die Crew sogar ein Reff einbinden musste. Nach der Flaute des Vortages fühlte sich das fast wie ein Geschenk an.

Das Wochenende zeigte die ganze Bandbreite des Segelns auf dem Lago Maggiore. Pläne mussten angepasst, Wetterfenster genutzt und Flauten mit Geduld ertragen werden. Gerade diese wechselnden Bedingungen machten den Anlass abwechslungsreich und sorgten für viele gemeinsame Erlebnisse. Die durchwegs positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigten, dass sich der Einsatz gelohnt hat.

Ein besonderer Dank gilt Christoph Erni, der den grössten Teil der Organisation übernommen und die Crews während des Wochenendes begleitet hat. Ebenso danken wir Felix für seine Unterstützung im Hintergrund und seine treffsicheren Restaurantempfehlungen.

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